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Tysk nyhedsbrev

Tirsdag d. 24. januar 2006


Emne: Newsletter sportnetzwerk, Nr. 3 vom 23.01.2006



www.sportnetzwerk.org





Nr. 3, 23. Januar 2006




Inhalt

1. IN EIGENER SACHE
2. SPORTNETZWERK-TREFFEN AM 20. JANUAR IN BERLIN

3. VERANSTALTUNG MIT DEM NETZWERK RECHERCHE AM 21. JANUAR IN BERLIN

4. OFFENER BRIEF AN DEN VDS

5. PRESSESPIEGEL

6. STELLUNGNAHMEN ZUR AKKREDITIERUNGSFRAGE

7. TERMINE

8. TECHNISCHE HINWEISE

9. AUSBLICK




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1. IN EIGENER SACHE





Liebe KollegInnen, Mitstreiter und Sympathisanten, liebe kritischen Begleiter,



man kann es nicht anders sagen: Die Initiative sportnetzwerk entwickelt sich prächtig. Allein an diesem Wochenende haben sich weitere 40 Interessenten für den Empfang des Newsletters eingetragen. Auch die Zahl derjenigen, die sich darüber hinaus in privaten Mails, Telefonaten oder auf unserer Webseite zu Wort melden und/oder ihre Hilfe für unsere Projekte anbieten, steigt unaufhörlich. Es bleibt dabei: Die Diskussion über Qualität im Sportjournalismus entwickelt sich, die Initiative sportnetzwerk auch - natürlich ist beides nicht voneinander zu trennen. Unsere Webseite www.sportnetzwerk.org, gerade drei Wochen einem größeren Kreis bekannt, wurde inzwischen von mehr als 8.000 Besuchern frequentiert, die mehr als 23.000 Seiten aufgerufen haben.



Zwei weitere Tendenzen, die den Initiatoren des sportnetzwerks besonders wichtig sind, setzen sich fort: Erstens melden sich weiter vor allem junge Interessenten; zweitens tragen sich für den Newsletter zunehmend Kollegen von kleineren Zeitungen ein.



Wir verzichten diesmal darauf, im Newsletter Diskussionsbeiträge zu verschicken. Sie können alles auf der Website nachlesen und sich selbst aktiv an der Debatte beteiligen. An einer Debatte, die sich - ganz in unserem Sinne - zunehmend versachlicht und die Problemfelder des Sportjournalismus in den Mittelpunkt rückt, wie auch die Beiträge im Pressespiegel beweisen. Der angekündigte Austritt von zwei Dutzend Kollegen aus dem Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS), der am 21. Januar vollzogen wurde, ändert nichts an der grundsätzlichen Einstellung des sportnetzwerks: Wir diskutieren problemorientiert und bemühen uns, mit unseren Projekten Alternativen anzubieten. Alternativen zum VDS, Alternativen zu den dominierenden Arten der Sportberichterstattung.



Darauf, dass die Debatte nicht ganz neu ist, weist Prof. Helmut Digel hin, und er hat dies mit sehr kritischen Zitaten eines prominenten Autors aus dem Jahr 1980 unterlegt. Wer ist dieser Autor, will Helmut Digel wissen und lobt einen Preis dafür aus. Sie können ihm schreiben oder auf der Webseite unter "Einsnull" und "Umfragen" zur neuen Abstimmung gelangen, die noch einige Tage läuft (http://www.sportnetzwerk.org/16734/17409.html).
Hier noch einmal die 26 Jahre alte und wohl noch immer gültige Kritik:



"Der Sportjournalismus in der BRD hat es im Großen und Ganzen versäumt der Bevölkerung die Bedeutung des Sports deutlich zu machen, insofern unterstützt er den manipulativen Charakter des Sports. Dabei ergaben sich gerade durch die in letzter Zeit erfolgte technische Weiterentwicklung der Medien und die Entwicklung der breiten Sportbewegung die Möglichkeiten, den Sportreibenden Ansätze zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Sport zu liefern. Die Tätigkeit der Sportjournalisten beschränkt sich aber weitgehend auf das zusammentragen, einordnen und wiedergeben von Fakten. Dies gilt im Großen und Ganzen für alle Tageszeitungen der BRD (...) Die Berichterstattung spiegelt nicht die Realität des Sportgeschehens wieder, d. h. der Publikumsport wird gegenüber der breiten, aktiven Sportbetätigung bevorzugt. Man orientiert sich fast nur am Leistungssport, wobei der Berufssport eine überragende Rolle spielt. (...) Im Vergleich zur Repräsentation anderer Sportarten in der Presse ist der hohe Anteil der Fußballberichte auch mit den Mitgliederzahlen des DFB nicht zurechtfertigen. (...) die Berichterstattung ist häufig nur eine Reproduktion von abgelaufenen Ereignissen. Der Sportjournalismus der Tagespresse verschenkt die Möglichkeit, selbst Einfluss zu nehmen. Kontrolle der Praxis im Sport und notwendige Kritik finden nur in spärlichen Ansätzen statt. (...) Sportpolitik und Sportwissenschaft, zwei entscheidende Kriterien für die weitere Entwicklung des Sports in der Gesellschaft sind weitgehend tabu. (...) Die Frage, ob diese Art von Sportberichterstattung im gesamtgesellschaftlichen Bereich eine positive Funktion für die Entwicklung des Sports in der Gesellschaft erfüllen kann, muss wohl verneint werden. Die Sportpresse hat die zunehmende Rolle des Sports in der Gesellschaft noch (nicht erkannt)."




Wer also könnte diese klugen Sätze geschrieben haben?




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2. SPORTNETZWERK-TREFFEN AM 20. JANUAR IN BERLIN



Kurzfristig trafen sich am Vorabend des Mitgliedertreffens des Netzwerks Recherche 15 am sportnetzwerk interessierte Kollegen zu einer dreieinhalbstündigen Diskussion. Den weitesten Weg hatte Ferry Batzoglou zurückgelegt, der extra für dieses Netzwerk-Wochenende aus Athen eingeflogen war!



Lange diskutiert wurde die Frage, ob das sportnetzwerk ein loser Zusammenschluss Gleichgesinnter bleiben oder ob man die Gründung eines eigenen Vereins/Verbandes anstreben sollte. Konsens herrschte dann darüber, dass es zunächst darum gehen sollte, dass die Projekte überzeugend abgearbeitet werden. Das Thema einer Institutionalisierung wird parallel weiter diskutiert.



Zur weiteren Aufgabenverteilung:



Michael Gernandt wird federführend an einer programmatischen Erklärung des sportnetzwerks arbeiten.



Für einzelne Bereiche der Webseite, die von Jens Weinreich betreut wird, engagieren sich künftig: Günther Wettlaufer (Archiv), Boris Herrmann (Links), Herbert Fischer-Solms (Termine).



Weiter gilt: Jeder Vorschlag, jede Mitwirkung ist herzlich willkommen. Ohne Netzwerker kein Netzwerk!




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3. VERANSTALTUNG MIT DEM NETZWERK RECHERCHE AM 21. JANUAR IN BERLIN



Im Rahmen des offenen Mitgliedertreffens des Vereins Netzwerk Recherche ("Zukunft des Journalismus,
neue Wege für alte Werte") wurde in der Evangelischen Medienakademie Berlin auch über das sportnetzwerk debattiert. Thomas Leif, Vorsitzender des Netzwerks, versicherte dem sportnetzwerk schon vorab eine Kooperation. Hans Leyendecker (Süddeutsche Zeitung) diskutierte mit Evi Simeoni (FAZ), Michael Gernandt (ehemaliger Sportchef der Süddeutschen Zeitung), Herbert Fischer-Solms (Deutschlandfunk) und Jens Weinreich (Berliner Zeitung). 24 Kollegen erklärten in einem Offenen Brief ihren Austritt aus dem Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS).

Zu ihnen gehört auch der freie Journalist Ralf Meutgens. Sein Bericht über das Treffen des sportnetzwerks beim Netzwerk Recherche:



„Beginnt jetzt eine neue Zeitrechnung im deutschen Sportjournalismus? Auf dem offenen Mitgliedertreffen des 'netzwerk recherche e.V.' in der Evangelischen Medienakademie in Berlin stellte sich das sportnetzwerk vor. Das Thema der Tagung 'Zukunft des Journalismus - Neue Wege zu alten Werten' ließ sich auch auf die Ziele des sportnetzwerks übertragen. Die viel zitierte Krise im Sportjournalismus sei aber nicht neu, merkte Michael Gernandt an (Foto rechts). Nach Meinung des langjährigen Sportchefs der Süddeutschen Zeitung hat sie ihre Wurzeln in einem Minderwertigkeitskomplex der Sportjournalisten der 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrtausends.



Der Olympiaboykott 1980 führte dazu, dass man die Berichterstattung den Sportredakteuren entzog und sie sich wirklich wie am Katzentisch der Gesamtredaktion fühlen mussten. Danach kam nicht nur eine neue Generation von Sportjournalisten, sondern es wurde auch der Amateurstatus durch das Internationale Olympische Komitee abgeschafft. Der Start des kommerziellen Privatfernsehens war die logische Folge. Der Sport als Quoten bringender Markt war geschaffen. Anfangs habe der Sportjournalismus davon profitiert, doch sei der Zugewinn an Quantität nicht mit einem Zugewinn an Qualität einhergegangen. Sportjournalisten hätten frühzeitig vor dieser Entwicklung gewarnt, doch das Leitmedium des Sports, das Fernsehen, hatte bereits infiziert und verführt. Heute würde der normale Rezipient unter Sportjournalismus die Fernseh-Berichterstattung verstehen. Was müsse geschehen, um einen gesunden Sportjournalismus zu realisieren, fragte Gernandt in die Runde.




Die anschließende Diskussionsrunde 'Stacheln statt Kuscheln - Recherche statt Quote' offenbarte die unsägliche Verquickung von Kommerz und Sport. Sportjournalisten als integrale Bestandteile eines Systems, in dem man sich bereits für den Ansatz einer kritischen Recherche regelmäßig entschuldigen müsse. Das Leitmedium Fernsehen als das alles überbordende Medium und die besondere Rolle der Printmedien, für die eine kritische und distanzierte Berichterstattung eher möglich scheint.




Die Podiumsteilnehmer Evi Simeoni, Herbert Fischer-Solms, Michael Gernandt, Jens Weinreich und Moderator Hans Leyendecker konnten an zahlreichen Beispielen deutlich machen, wie unsäglich eng die Allianz von Sportlern, Umfeldakteuren, Sponsoren und Sportjournalisten oft ist. Unter den Zuhörern, die teilweise über Auswüchse dieser Allianz lachend staunten, waren auch zwei Präsidiumsmitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS). Albert Mehl und Hans-Joachim Zwingmann muss man hoch anrechnen, dass sie an dieser Veranstaltung teilnahmen. Denn im Vorfeld war eine Konsequenz der Gründung des sportnetzwerks, dass Mitglieder aus dem VDS austreten würden. Inhaltlich stimmten Mehl und Zwingmann der Diskussion zu. An der angesprochenen Krise des Sportjournalismus, deren Ursprung und Auswüchse gäbe es keinen Zweifel. Die Bereitschaft, daran etwas zu ändern sei vorhanden. Doch könne man dies alles auch innerhalb des VDS umsetzen.




Zwingmann betonte, dass er sich eine Mitgliedschaft im VDS und ein Engagement im sportnetzwerk sehr gut parallel vorstellen könne. Er machte auch deutlich, dass die Mitgliedschaft im VDS keine Voraussetzung sei, um bei einer Sportveranstaltung akkreditiert zu werden. Doch das alles änderte nichts am Austritt von 24 VDS-Mitgliedern, die dies mit einem Offenen Brief untermauerten. Vielleicht sollte man es emotionslos unter dem Aspekt der Ökonomie sehen. In gerade einmal vier Wochen seit Bestehen hat das sportnetzwerk zahlreiche Diskussionen, Beiträge, Reaktionen und Planungen für Veranstaltungen ausgelöst. Es darf bezweifelt werden, dass diese Energie innerhalb der Strukturen und Widerstände des VDS einen ähnlichen Erfolg gehabt hätte.




Hans Leyendecker brachte es vermutlich auf den Punkt, als er zum Abschluss auf die Tätigkeit von 'netzwerk recherche' verwies. Ein Erfolg sei es eben, dass andere Redaktionen jetzt auch verstärkt Themen aufgriffen, denen man früher offenbar lieber aus dem Weg gegangen war. Eine ähnliche Wirkung könne er sich vom sportnetzwerk auf den Sportjournalismus vorstellen."



Bei der Vorbereitung und Durchführung der Jahresversammlung des Netzwerks Recherche am 19./20. Mai 2006 wird sich auch das sportnetzwerk einbringen Weitere Informationen über die Veranstaltung in Berlin: www.netzwerkrecherche.de, www.sportnetzwerk.org






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4. OFFENER BRIEF AN DEN VDS





Offener Brief an den Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS)



Berlin, d. 21. Januar 2006



Sehr geehrter Herr Laaser, liebe Kolleginnen und Kollegen,



es gibt Dinge, die brauchen Zeit. Bei einigen von uns hat es sogar sehr lange bis zu diesem Entschluss gebraucht. Daran lässt sich erkennen, dass es sich hier nicht um eine Spontanreaktion handelt. Vielmehr haben sich Frust und Unmut bei vielen von uns über Jahre hinweg aufgestaut - nun ziehen wir daraus die Konsequenzen:




Die Unterzeichner erklären hiermit den Austritt aus den jeweiligen Regionalvereinen des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS).



Wer einem Verband den Rücken kehrt, der sollte dafür die Gründe benennen. Wir wollen dies gerne tun.



Auf der Vorstandsebene des VDS können wir nur eine unzureichende Bereitschaft erkennen, sich mit fundamentalen Fragestellungen in unserem Berufsstand auseinander zu setzen. So negiert der VDS die mittlerweile kaum noch überbrückbaren Gegensätze zwischen großen Teilen der Printjournalisten auf der einen und weiten Teilen der TV- und Radiokollegen auf der anderen Seite. Das Abdriften des Sportjournalismus in das reine Unterhaltungsressort und der Rückgang kritischer, distanzierter Berichterstattung werden anstandslos hingenommen. Dass sich manche Kollegen statt von den Mindeststandards an ihre journalistische Arbeit eher von PR-Gesichtspunkten leiten lassen, ist besorgniserregend.



Derartigen Tendenzen kann man nicht mit einem verschärften Kuschelstil und hilflosen Appellen begegnen. Es geht hier um Grundfragen des (Sport)-Journalismus, es geht um gesellschaftspolitische Fragestellungen, auf die eine berufsständische Organisation wie der VDS adäquate Antworten finden sollte. Diese aber vermissen wir, und zwar auf breiter Front, so dass wir uns größte Sorgen machen um die Zukunft unseres Berufsstandes. Zögern und Taktieren bringen uns nicht weiter, dafür sind die Probleme und Gefahren zu groß.



Einige von uns haben sich in den Regionalvereinen engagiert und dort Ideen und Projekte eingebracht. Doch sie mussten feststellen, dass damit die VDS-Strukturen nicht nachhaltig zu ändern sind. Was an verdienstvoller ehrenamtlicher Arbeit in Regionalverbänden geleistet wird, verpufft; vieles dringt zwar an die VDS-Spitze durch, wird dort aber nicht entsprechend aufgenommen. Deshalb sehen wir uns künftig besser in einem sportnetzwerk von gleich gesinnten Kollegen aufgehoben. Dieses Netzwerk existiert bereits und hat sich zahlreichen Projekten verschrieben.



Vereinzelt mussten wir während der konstruktiven Diskussion im Vorfeld unserer Austritts-Entscheidung hören, dass es uns um die Bildung eines elitären Kreises ginge. Derartige Vorwürfe entbehren jeder Grundlage. Seit wann ist es elitär, sich für Qualität einzusetzen und Probleme deutlicher zu benennen, als es der VDS-Präsident tut? Seit wann ist es elitär, sich untereinander zu vernetzen, also freiwillig Wissen und Kontakte weiterzugeben? Seit wann ist es elitär, zu recherchieren, seinen Job ernst zu nehmen und die Perspektive zu wahren? Seit wann ist es elitär, an journalistische Grundtugenden zu erinnern und diese pflegen zu wollen?



Sportjournalisten sollten keine Promoter und Verkäufer sein; sie sitzen nicht mit den Objekten ihrer Berichterstattung in einem Boot - eine derartige Betrachtungsweise scheint allerdings im VDS nur wenige Anhänger zu finden.



Uns geht es um nicht mehr und nicht weniger, als unser Berufsbild zu schärfen. Die Resonanz zur Mitwirkung an diesem sportnetzwerk beweist, dass auch außerhalb des Sportjournalismus der große Wunsch besteht, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam etwas voranzubringen: Zuvorderst einen Sportjournalismus, der in der Lage ist, angemessen die gesellschaftliche Bedeutung des Sports zu behandeln und sich mit der Berichterstattung auseinanderzusetzen. Nach wenigen Tagen haben bereits mehrere hundert Personen aus dreizehn Ländern Interesse an unserem Netzwerk bekundet. Es haben sich bisher gemeldet: Sportjournalisten von überregionalen Tageszeitungen, Lokalzeitungen, Internetanbietern, TV-Stationen, Radiosendern, Magazinen und Wochenzeitungen; Medienjournalisten, Politikjournalisten, Feuilletonisten, politische Korrespondenten, Reporter; Kommunikationswissenschaftler; Ökonomen; Sportwissenschaftler; Volontäre; Studenten; Doktoranden; Soziologen; Pensionäre; Mediziner; Rechtsanwälte; Schriftsteller; Schauspieler; Chefredakteure; Beamte; Politiker; Sportfunktionäre und ein Kabarettist. Unser Angebot wird zunehmend von jungen Kollegen und Kollegen von Lokalsportredaktionen wahrgenommen.



Das sportnetzwerk steht allen offen, selbstverständlich auch VDS-Mitgliedern, die an Sportjournalismus interessiert sind. Uns geht es um Recherche statt Quote, um Distanz statt Nähe, um Analyse statt Stimmungsmache, um Berichterstattung statt Präsentation - also um journalistische Qualitätssicherung. Wir freuen uns über die Mitarbeit und das Engagement aller an unseren Zielen interessierter Kollegen. Auf gewisse Unterschiede zwischen Journalismus, PR, Marketing und Lobbyismus werden wir allerdings achten. Der VDS tut das leider nicht in einem Maße, wie es uns angemessen erscheint.



Mit freundlichen Grüßen



Javier Caceres, Süddeutsche Zeitung; Herbert Fischer-Solms, Deutschlandfunk; Thorsten Jungholt, Welt am Sonntag; Michael Gernandt, eh. Süddeutsche Zeitung; Matthias Lieske, Berliner Zeitung; Frank Mertens, Netzeitung; Ralf Meutgens, freier Journalist; Astrid Rawohl, Deutschlandfunk; Hans-Joachim Seppelt, RBB; Andreas Singler, freier Journalist; Jens Weinreich, Berliner Zeitung; Ralf Wiegand, Süddeutsche Zeitung; Jörg Winterfeldt,
Die Welt/Welt am Sonntag; Holger Gertz, Süddeutsche Zeitung; Thomas Hahn, Süddeutsche Zeitung; Robert Hartmann, freier Journalist; Anno Hecker, Frankfurter Allgemeine Zeitung; Klaus Hoeltzenbein, Süddeutsche Zeitung; Rudi Böhm, freier Journalist; Bernd Dassel, freier Journalist; Christopher Keil, Süddeutsche Zeitung; Thomas Kistner, Süddeutsche Zeitung; Barbara Klimke, Berliner Zeitung; Matthias Wolf, media akzent tv produktion




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5. PRESSESPIEGEL



Was sagen andere über das sportnetzwerk? Die Medienberichterstattung über unsere Initiative, die schon jetzt beachtliche Ausmaße angenommen hat, dokumentieren wir an dieser Stelle. Seit dem 2. Newsletter hat sich einiges getan:



Die Welt, 23. Januar: "24 Mitglieder verlassen aus Protest den Verband der Sportjournalisten"

"Mit einem offenen Brief haben am Wochenende 24 namhafte Sportreporter ihren Austritt aus dem Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) erklärt und zugleich in Berlin ihr neues sportnetzwerk vorgestellt. (...) Die Unterzeichner können im VDS 'nur eine unzureichende Bereitschaft erkennen, sich mit fundamentalen Fragestellungen in unserem Berufsstand auseinander zu setzen'. Der Verband, so heißt es in dem Schreiben weiter, negiere die kaum noch überbrückbaren Gegensätze zwischen großen Teilen der Printjournalisten und weiten Teilen der TV- und Radiokollegen." Das neue sportnetzwerk wolle "Antikörper gegen die WM-Grippe anbieten" und verstehe darunter auch Kritik am unter Sportreportern verbreiteten Jubeljournalismus: "Die Fan-Perspektive mancher Kollegen setzt auf Dauer journalistische Standards außer Kraft." Neben Recherche- und Schreibschulungen für den Nachwuchs, Kooperationen mit Journalistik-Studiengängen und regelmäßigen Regionaltreffen soll für Herbst eine erste Fachtagung auf die Beine gestellt werden. Ziel ist eine mehrtägige internationale Anti-Doping-Konferenz in Berlin."




FAZ, 23. Januar: "Sportjournalismus - Mein Verein"

Zwei Dutzend Sportjournalisten verließen am 21. Januar den VDS. "Vorher schrieben sie noch einen offenen Brief, in dem sie klagten, daß der VDS 'das Abdriften des Sportjournalismus in das reine Unterhaltungsressort' anstandslos hinnehme. Den Grundfragen des Journalismus verweigere sich der Verband." Das sportnetzwerk habe sich der "'journalistischen Qualitätssicherung' verschrieben und einem Sportjournalismus, 'der in der Lage ist, angemessen die gesellschaftliche Bedeutung des Sports zu behandeln'" (...) Auf der Tagung des Netzwerks Recherche in Berlin bemühten sich Vertreter des VDS um Deeskalation. Der stellvertretende VDS-Vorsitzende Hans-Joachim Zwingmann widersprach Befürchtungen, daß die ausgetretenen Mitglieder und Sportnetzwerker Nachteile bei der Akkreditierung zu Sportereignissen zu befürchten hätten (bei denen der VDS mitentscheidet). Doppelmitgliedschaften in beiden Gruppierungen sollen möglich sein." Es gehe aber "dem neuen Netzwerk nicht um 'Vereinsmeierei', sondern im Kern um die Frage: 'Läßt sich unter schwierigen Rahmenbedingungen noch Journalismus machen?'" In keinem anderen Ressort müsse man sich so für Recherche rechtfertigen, "und in diesem Jahr, in dem das Land sich einem irrationalen Fußball-Weltmeisterschafts-Taumel hingibt, mehr denn je. 'Warum kann man in so einem Land, das ja keine Bananenrepublik ist, nicht fragen: Was kostet das eigentlich alles? Das ist einfach unser Job, diese Frage zu stellen.' (...) VDS-Präsident und Sat.1-Kommentator Erich Laaser scheint sich um den kritischen Journalismus dabei nicht am meisten zu sorgen: Er appellierte in der Verbandszeitschrift dafür, die WM-Organisatoren mit 'Respekt' zu behandeln, damit es 'störungsfreie Spiele' geben könne."




Taz, 23. Januar: "Schluss mit mittendrin - weil sie mehr kritische Recherche fordern, sind 24 Sportjournalisten jetzt aus ihrem Verband ausgetreten"

"Es war kein aggressives Spiel. Kein Reingrätschen, keine üblen Fouls, keine Beleidigungen." Als die Initiative sportnetzwerk in Berlin vorgestellt wurde, vermied man "alle aggressiven Töne gegenüber dem Verband deutscher Sportjournalisten (VDS)." Dennoch präsentierte man ein Papier, "das die Granden des VDS schmerzen müsste: einen offenen Brief, in dem 24 bekannte JournalistInnen ihren Austritt aus dem Verband vollziehen. Der offene Brief markiert das Ende einer Entwicklung, die sich mit der Gründung des sportnetzwerks angekündigt hatte. Die Unterzeichner, zu denen neben der halben Sportredaktion der Süddeutschen Zeitung auch Redakteure von FAZ, Welt und Rundfunkjournalisten gehören, legen darin ihre Kritik am Großverband dar. 'Es geht um Grundfragen des Journalismus, auf die eine berufsständische Organisation wie der VDS eine Antwort finden sollte. Diese vermissen wir auf breiter Front', heißt es dort. 'Uns geht es um Recherche statt Quote, um Distanz statt Nähe, um Analyse statt Stimmungsmache, um Berichterstattung statt Präsentation - also um journalistische Qualitätssicherung.'"




Tagesspiegel, 22. Januar: "Sportjournalisten gründen sportnetzwerk"

"Die Fachkonferenz des Netzwerk Recherche habe 'diesmal eine andere Qualität', hatte ihr Vorsitzender Thomas Leif zu Beginn angekündigt. 24 Sportjournalisten - zumeist Redakteure überregionaler Tageszeitungen - traten am Samstag aus Zwingmanns VDS aus und gründeten das 'Sportnetzwerk'. Auf der Fachkonferenz in der Evangelischen Medienakademie Berlin erklärten sie, warum es zum Sportjournalisten-Schisma kommen musste. Die 24 Sportnetzwerker sind um die Qualität des Sportjournalismus besorgt. Kritische, gut recherchierte Berichte fehlten, stattdessen dominierten 'Fanjournalismus' im Poschmann-Hartmann-Stil und hochgejubelte 'Kirmesboxer' auf ARD und ZDF. Vor allem für diese TV-Berichterstattung kam es hart. Herbert Fischer-Solms vom Deutschlandfunk kritisierte dessen verzerrte Perspektive. 'Das Fernsehen entfernt sich immer mehr von der Wirklichkeit.' Die Berichterstattung müsse sich grundsätzlich ändern. 'Wir brauchen eine faire, offensive, andere Sportberichterstattung.' Die FAZ-Journalistin Evi Simeoni beklagte, das Sportfernsehen verkaufe fast nur noch 'Traumwelten'. Und Jens Weinreich, Sportchef der 'Berliner Zeitung', sagte, diese 'Fanperspektive' verhindere journalistische Standards. Die Fernsehberichterstattung habe 'mit Journalismus nichts zu tun – das ist nicht derselbe Beruf'."




WDR 5, Töne, Texte, Bilder - Das Medienmagazin, 22. Januar: Mit einem Beitrag zum sportnetzwerk.

(http://www.wdr5.de/index.phtml?ppdatum=2006-01-22&ppuz=1805)



Radio 1, RBB, Medienmagazin, 21. Januar: Interview und O-Töne zum sportnetzwerk (http://www.radioeins.de/_/programm/medienmagazin/achtung_aufnahme_jsp/activeid=182/key=beitrag_130.html). Unter anderem erklärt VDS-Präsident Erich Laaser, die Diskussion über brennende sportjournalistische Fragen sei nicht geführt worden, weil man nicht an alles denken könne. Für ein besseres Internet-Angebot des VDS (mit einem Diskussionsforum) habe man weder Zeit noch Geld gehabt.



Süddeutsche Zeitung, 21. Januar: "Betreff: Revolution - Sportjournalisten begehren gegen Kommerz auf"

Darin heißt es u. a., VDS-Präsident Erich Laaser habe einen Brief an das VDS-Präsidium geschrieben ("Betreff: Revolution"), in dem er die sportnetzwerker ironisierend als "aufrechte Kämpfer gegen Korruption und Doping", als "Elite des deutschen Sportjournalismus" bezeichnet habe. "Dann, ironiefrei: 'Diese Typen' seien 'so mies, arrogant, unkollegial, anmaßend und unverschämt, dass ich nicht einfach zur Tagesordnung übergehen will'. Es folgte ein Streit über die Akkreditierung für Sportereignisse. Nun aber scheint der Verband auf Deeskalation zu setzen: Doppelmitgliedschaften bei VDS und sportnetzwerk kann Laaser sich gut vorstellen. Zuletzt verschob das VDS-Blatt sogar seinen Redaktionsschluss, um Rebell Weinreich die Ziele des sportnetzwerks erläutern zu lassen. (...) Dessen Kernaussage ist unmissverständlich: 'Der VDS ist nicht länger alleiniger Interessenvertreter des deutschen Sportjournalismus; er wird einige Dutzend Mitglieder verlieren'."




Taz, 20. Januar: "Der Spaltpilz sprießt - Weil sie mehr als Hofberichterstattung für Funktionäre und Sponsoren wollen, haben kritische Sportjournalisten ein Netzwerk gegründet"

"Nachdem etliche der kritischen Sportreporter angekündigt hatten, aus dem VDS auszutreten, kündigte der Verband an, gegen die 'Spaltpilze' vorzugehen. Ein Drohmittel: keine Akkreditierungen mehr für Sport-Großveranstaltungen. Weil bei Olympischen Spielen oder Fußball-WMs das Kontingent an Pressekarten äußerst begrenzt ist, muss eine Auswahl getroffen werden. Bei solchen Entscheidungen sitzt der VDS immer mit am Tisch. Die Androhung des VDS, die Netzwerker bei der Vergabe von Akkreditierungen fürderhin zu übergehen, verlief jedoch im Sande. Sowohl der DFB als auch die Deutsche Fußballliga und das Nationale Olympische Komitee haben erklärt, dass die Mitgliedschaft im VDS keine Voraussetzung für eine Akkreditierung darstellen kann. Diese Klarstellungen sind der erste große Erfolg, den das Sportnetzwerk erringen konnte."




Newsletter und Webseite der Organisation Play the Game berichten am 19. Januar über das sportnetzwerk: "New network for German sports journalists sparks off vivid debate", heißt es. "Six months before the FIFA world cup, a group of German sports journalists has kicked off a new independent network called sportnetzwerk. Hoping to involve sports journalists, scientist, students and sport officials in debates on the role of sport in society, sportnetzwerk also wants to raise the quality of journalism by encouraging the discussion of topics largely unpopular within sport business. (...) However, not all journalists have been enthusiastic. (...) There have been angry reactions from the VDS and hints that journalists entering the new network might fear for their future accreditations to big sports events, as VDS is often handling these accreditations. However, the German Olympic Committee as well as the soccer federation have later dismissed such fears, and VDS itself have sent out an official statement that VDS membership is no prerequisite for accreditation."




Mehr als zehn Minuten widmet das Medienmagazin Zapp im NDR-Fernsehen am 18. Januar der Zustandsbeschreibung des deutschen Sportjournalismus. "Frust - Sportjournalisten kämpfen für besseren Journalismus", wird der Beitrag überschrieben. Man erfährt, wie viel Euro TV-Reporter wie Wolf-Dieter Poschmann nebenbei verdienen können, man hört Rolf Töpperwien über "eine große Familie" plaudern, die "in einem Boot" sitzt - und man hört den ZDF-Altmeister Michael Palme widersprechen: "Mittendrin statt nur dabei, das ist genau das, was ich nicht will. Ich will immer dabei sein, aber nicht mittendrin, denn wenn sie mittendrin sind als Journalist, können sie nicht mehr objektiv und mit Distanz beobachten und berichten." Zu Wort kommen außerdem Erich Laaser, Thomas Kistner, Hajo Seppelt, Prof. Gunter Gebauer (u. a.). Das sportnetzwerk wird zwar nur in den letzten paar Sekunden des Beitrags erwähnt, doch die Situationsbeschreibung ist alarmierend genug. Denn so wird der deutsche Sportjournalismus offenbar von außen gesehen.
Kompletter Text: http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID2213124_REF2488,00.html



Interview im Deutschlandfunk in der Sendung "Sport und Musik" am 15. Januar zum sportnetzwerk.
Zum Download des Gesprächs (wav-Datei).





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6. STELLUNGNAHMEN ZUR AKKREDITIERUNGSFRAGE



Zur Frage der Akkreditierungen für Sportveranstaltungen hatte es in den vergangenen Wochen einige Irritationen gegeben, ausgelöst durch Äußerungen von VDS-Funktionsträgern gegenüber Kollegen, die sich im sportnetzwerk engagieren; ausgelöst auch durch Äußerungen des VDS-Präsidenten Erich Laaser im Gespräch mit Medienjournalisten, aber auch durch Äußerungen von Mandatsträgern in VDS-Regionalvereinen.



Dazu wurden die Stellungnahmen der Pressesprecher des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der Deutschen Fußball-Liga (DFL), des Deutschen Sportbundes (DSB) und des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) eingeholt. Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Stellungnahme des DFB-Sprechers Harald Stenger im Newsletter des sportnetzwerks hat der VDS am 12. Januar auf seiner Webseite mit folgender „Klarstellung“ reagiert:



"Zu in der Öffentlichkeit verbreiteten Darstellungen, der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) drohe Journalistinnen und Journalisten, die das neu gegründete Sportnetzwerk unterstützen oder aus dem VDS austreten, mit der Nichtberücksichtigung bei Akkreditierungen für Sportveranstaltungen, stellt das Präsidium des VDS folgendes klar: Der VDS berät die Sportverbände bei der Vergabe der Akkreditierungen, z.B. für Fußball-Welt- und Europameisterschaften, Länderspiele oder Olympische Spiele und andere sportliche Großveranstaltungen. Die Zusammenarbeit ist gewachsen und vertrauensvoll. Die Mitgliedschaft im VDS ist bei der Zuteilung von Akkreditierungen nicht entscheidend. Niemand wird aufgrund seiner Nicht-Zugehörigkeit zum VDS benachteiligt oder ausgegrenzt. An dieser Praxis wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Gleichzeitig setzt sich der VDS für bessere Arbeitsbedingungen bei Sportveranstaltungen ein. Davon und von der Betreuung der deutschen Sportjournalisten durch den VDS bei Veranstaltungen vor Ort profitieren alle akkreditierten Kolleginnen und Kollegen."



Inzwischen haben sich auch Tom Bender (DFL) und Michael Schirp (NOK) zu den Anfragen geäußert. Als Dokumentation nachfolgend die schriftliche Anfrage an o. g. Institutionen. Die Antworten wurden zur besseren Übersicht bereits in den Ursprungstext kopiert. Die Stellungnahme von DSB-Sprecher Harald Pieper ist etwas kürzer. Pieper teilte am 20. Januar mit: "Der Deutsche Sportbund hält kritische Medienbegleitung der nationalen und internationalen Ereignisse des Sports nicht nur für dringend geboten, er betrachtet sie auch als selbstverständlich. Insofern darf es aus DSB-Sicht keinerlei Einschränkungen seriöser journalistischer Arbeit geben. Der DSB wird sich jedenfalls für die Einhaltung und Durchsetzung dieser Grundprinzipien - wo immer nötig und möglich - einsetzen."





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From: Jens Weinreich [mailto:jensweinreich@gmx.de]
Sent: Monday, January 09, 2006 12:30 AM
To: Schirp, Michael; Volknant, Stefan NOK; Harald Stenger (harald.stenger@dfb.de); 'tom.bender@bundesliga.de'; 'oys@dsb.de'
Cc: 'karin.keller@dfb.de'

Subject: Anfrage sportnetzwerk - Akkreditierungen



Gemeinsame Anfrage an



- Michael Schirp, Dr. Stefan Volknant, NOK für Deutschland

- Harald Pieper, DSB

- Harald Stenger, DFB

- Tom Bender, DFL



Sehr geehrte Herren, liebe Kollegen,



erlauben Sie mir zunächst, Ihnen beste Wünsche für dieses nicht unwichtige Sportjahr auszusprechen.



Möglicherweise haben einige von Ihnen bereits von der Initiative sportnetzwerk gehört, in der sich bereits mehr als 200 Sportjournalisten, Wissenschaftler, Journalistikstudenten und Personen aus anderen gesellschaftlichen Bereichen engagieren und derzeit Projekte diskutieren, die nur eines zum Ziel haben: Einen etwas qualitätsvolleren Sportjournalismus. Nachzulesen ist ein Teil der bislang geführten Diskussion, sind Details zum Netzwerk auf der Webseite www.sportnetzwerk.org.



In diesem Zusammenhang wurde ich als einer der Initiatoren des sportnetzwerks von mehreren Kollegen gebeten, eine offizielle Auskunft bei Ihnen zu erbitten. Hintergrund meiner nachfolgenden Fragen sind verschiedene Äußerungen von Funktionsträgern des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS), die von Mitstreitern und Sympathisanten des sportnetzwerks als unverhohlene Drohungen und als Angriffe auf die Meinungsfreiheit (Artikel 5 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland) sowie die Vereinigungsfreiheit (Artikel 9 des Grundgesetzes) und die Berufsfreiheit (Artikel 12 des Grundgesetzes) aufgefasst werden müssen.



So wird der amtierende VDS-Präsident Erich Laaser in der FAZ vom Sonnabend (07.01.2006, Seite 43, "Spaltpilze") wie folgt zitiert: "Gerade die Frage der Akkreditierung könnte auch Freie Journalisten und Mitarbeiter kleinerer Zeitungen daran hindern, dem VDS den Rücken zu kehren. 'Ansprechpartner für das Nationale Olympische Komitee oder die FIFA sind immer noch wir', erklärt Laaser mit unverkennbarer Drohung im Subtext."



Dazu meine Fragen:



Erstens: Mir ist kein Pressegesetz der Bundesrepublik Deutschland und/oder seiner Bundesländer bekannt, in dem vorgeschrieben wäre, dass allein Mitglieder des VDS Akkreditierungen für wichtige Sportwettbewerbe (beispielsweise: Olympische Spiele, Europa- und Weltmeisterschaften im Fußball, nationale und internationale Sportkongresse, Spiele der Fußball-Bundesliga oder des DFB-Pokals) erhalten können. Sind Ihnen derartige Regelungen bekannt?



- Harald Stenger, DFB: "Mir ist keine derartige gesetzliche Regelung bekannt. Der VDS ist bei der Frage der Akkreditierungen immer unser Ansprechpartner. Wir sind mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden und haben nur gute Erfahrungen gemacht. Sollte es neue berufsständige Gruppierungen geben, die Sportjournalisten vertreten, werden wir sie selbstverständlich als Ansprechpartner akzeptieren und gemäß ihrem Stellenwert berücksichtigen."

- Tom Bender, DFL: "In Bezug auf die Akkreditierung verweise ich auf die geltenden Medienrichtlinien der DFL für Spiele der Bundesliga und 2. Bundesliga. Hier finden Sie in Ziffer 1.1. der Allgemeinen Bestimmungen. Die von uns hier vorgenommene Einschränkung gilt - auch in Absprache mit nahezu allen Verbänden - nur im Bezug auf die Hauptberuflichkeit des Journalisten. Diese ist - wie Sie wissen - auch im Hinblick auf die Aufstellung eines Presseausweises in den meisten Verbänden Pflicht. Schon deshalb wird der offizielle Presseausweis vom Journalisten im Rahmen der Akkreditierung verlangt, worüber wir seit Jahren Einigkeit mit dem VDS, AIPS, DJU und DJV haben."

- Michael Schirp, NOK: "Der Sport regelt seine Angelegenheiten autonom. Pressegesetze, die die Vergabe von Akkreditierungen für Sportereignisse regeln, sind uns nicht bekannt."



Zweitens: Unter Verweis auf Punkt eins bin ich/sind Mitglieder des sportnetzwerks der Annahme, dass in Deutschland kein Monopol seitens des VDS existiert, was die Zuteilung der o. g. Akkreditierungen betrifft. Insofern darf man davon ausgehen, dass künftig auch im sportnetzwerk engagierte hauptberuflich tätige Sportjournalisten, die die fachliche Qualifikation unter Beweis gestellt haben, nicht von Akkreditierungen ausgeschlossen werden können, nur weil sie nicht VDS-Mitglied sind und/oder aus dem VDS ausgetreten sind?



- Harald Stenger, DFB: "Nicht-VDS-Mitglieder und/oder im sportnetzwerk engagierte Journalisten, die VDS-Mitglieder sind, werden in der Frage der Akkreditierung nicht benachteiligt. Eine VDS-Mitgliedschaft ist ja ohnehin nicht unser Kriterium."

- Tom Bender, DFL: "Zutreffend, da nicht die Mitgliedschaft im VDS Grundlage für die Akkrediterung ist - und auch sicherlich künftig niemals sein wird."

- Michael Schirp, NOK: "Akkreditierungen sind nicht von der Mitgliedschaft in einem Verband abhängig, sondern erfolgen nach den oben genannten Kriterien."



Drittens: Es ist meiner Kenntnis nach ohnehin gängige Praxis, dass zu jedem der oben aufgeführten wichtigen Sportwettbewerbe (also auch Olympischen Spielen und Fußball-Weltmeisterschaften) zahlreiche deutsche Journalisten akkreditiert werden, die nicht VDS-Mitglied sind. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir diesen Sachverhalt kurz bestätigen.



- Harald Stenger, DFB: "Den Sachverhalt, dass es ohnehin gängige Praxis ist, zu Großereignissen wie beispielsweise Fußball-Weltmeisterschaften auch Nicht-VDS-Mitglieder zu akkreditieren, kann ich so bestätigen."

- Tom Bender, DFL: "Auch das ist meines Erachtens richtig, da die VDS-Mitglieder in der Regel im offiziellen Verbandsorgan Sportjournalist mit einem kleinen Stern gekennzeichnet werden, muss es folgerichtig auch Akkreditierung für Nicht-Mitglieder geben."

- Michael Schirp, NOK: "Das NOK für Deutschland erfragt im Zuge der Akkreditierung keine diesbezüglichen Daten. Wir gehen davon aus, dass sich unter den akkreditierten Journalistinnen und Journalisten sowohl Mitglieder des VDS als auch Nichtmitglieder befinden."



Viertens: Ist seitens Ihrer Organisation geplant, Akkreditierungen nur unter der Maßgabe zu vergeben, dass der betreffende Journalist/Techniker (u. a.) VDS-Mitglied ist?



- Harald Stenger, DFB: "Derartige Bestrebungen gibt es nicht. Ich halte es nicht für sinnvoll, dass eine neue berufsständige Organisation oder in diesem Fall ein Netzwerk, das sich gerade etabliert, durch Entzug oder Verweigerung von Akkreditierungen ausgegrenzt wird."

- Tom Bender, DFL: "Hier verweise ich auf Antwort 1."

- Michael Schirp, NOK: "Nein."



Fünftens: Sind Ihrer Kenntnis nach seitens der gesetzgebenden Organe (Parlamente) derartige, in Punkt vier dargelegte Maßnahmen geplant?



- Harald Stenger, DFB: "Nein."

- Tom Bender, DFL: "Ich denke, dass diese Frage rhetorischen Charakter hat. Zumindest kann ich mir das auch bei viel Phantasie nicht vorstellen."

- Michael Schirp, NOK: "Nein."



Sechstens: Ist am Beispiel der Erteilung von Akkreditierungen für o. g. Veranstaltungen die Einhaltung der laut Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantierten Meinungs-, Vereinigungs- und Berufsfreiheit (Artikel 5, 9, 12) garantiert – unabhängig von einer Mitgliedschaft im Verband Deutscher Sportjournalisten?



- Harald Stenger, DFB: "Diese Frage ist im Prinzip schon beantwortet. Niemand wird ausgegrenzt."

- Tom Bender, DFL: "Klares Ja - alles andere würden wir von der DFL auch nicht mitmachen."

- Michael Schirp, NOK: "Ein Grundrecht auf Akkreditierung besteht unserer Auffassung nach nicht, die limitierte Anzahl der Plätze macht eine Vergabe nach den oben aufgeführten Kriterien erforderlich.

Das NOK setzt sich beim IOC jedoch regelmäßig dafür ein, so viele Journalisten wie möglich zu akkreditieren."



Ich bitte vielmals um Entschuldigung wegen des im wahrsten Sinne des Wortes grundsätzlichen Tons, der sich durch diese Fragen zieht. Es sind allerdings auch grundsätzliche Fragen für fest angestellte und freie Journalisten, die sich im sportnetzwerk bereits engagieren oder noch engagieren wollen.



Ich darf um eine baldige Beantwortung dieser Fragen bitte, da ich die Antworten im nächsten Newsletter des sportnetzwerks öffentlich zugänglich machen möchte.



Noch einmal, beste Wünsche für das Jahr 2006 und herzliche Grüße



Jens Weinreich




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7. TERMINE



24. Januar 2006, 19.30 Uhr, VBJ-Geschäftsstelle, Charlottenstrasse 80, 10117 Berlin (Nähe Checkpoint Charlie), tel: 030-20074470




Roundtable "Quo vadis, Sportjournalismus?"



Diskussionsrunde mit
- Professor Elk Franke, Sportsoziologe an der Humboldt-Universität Berlin

- Stanley Schmidt, Redakteur beim RBB
- Jens Weinreich, Sportchef der Berliner Zeitung




Moderation: Holger Schück, freier Journalist.
Begrüßung: Gerhard Kothy, Vorsitzender Verein Berliner Journalisten.



Bitte anmelden unter: carolin.dewest@berliner-journalisten.de.




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26. Januar 2006, 13.15 Uhr, in der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder),
Senatssaal, Hauptgebäude, Große Scharrnstraße 59

Öffentliches Symposium der Arbeitsgruppe "Aufarbeitung und Recht" im Studien- und Forschungsschwerpunkt Medienrecht der Viadrina zum Thema

Virtuelle Rekonstruktion "vorvernichteter" Stasi-Unterlagen - technologische Machbarkeit und Finanzierbarkeit, Praxisbeispiele, Folgerungen für Kriminaltechnik, Wissenschaft und Publizistik

Hier können Sie das Programm als pdf-Datei downloaden.




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8. TECHNISCHE HINWEISE



Die Übersichtlichkeit der Webseite wurde bereits verbessert. Die Einrichtung der neuen Webseite verzögert sich noch ein wenig. Es wird auf dieser Site dann aber alles professioneller gestaltet und damit sicher auch übersichtlicher sein. Es wird die Möglichkeit geben, im Forum Threads einzurichten. Bis dahin ist mit der vorhandenen Webseite aber bereits eine Möglichkeit zur Kommunikation gegeben, von der ja auch ausgiebig Gebrauch gemacht wird. Nur kurz noch einmal einige Hinweise:



1. Email

Sie können Emails an den Webmaster (unter dem Button "Forum" erscheint das Kontaktformular) senden und/oder im Gästebuch (Startseite, Button "Gästebuch") den jeweiligen Autoren eine Antwort schicken. In beiden Fällen ist Ihre Mail nur vom Adressaten einsehbar.



2. Gästebuch

Einträge verfassen Sie wie oben beschrieben. Sämtliche Mitteilungen des Gästebuchs können Sie unter dem Button "Einträge" nachlesen und von dort auch per Email mit den Autoren kommunizieren.



3. Forum

Ins Forum gelangen Sie über den Button "Forum" auf der Startseite. Sie haben im Forum die Möglichkeit, neue Einträge zu verfassen und/oder auf vorhandene Einträge zu reagieren. Bitte beachten Sie, dass diese Reaktionen dann auf der zweiten Ebene dargestellt werden. Das heißt, neben dem rechts unter dem jeweiligen Text stehenden Link "Antworten auf diesen Eintrag" erscheint dann ein zweiter Link: "Zeige Antworten auf diesen Eintrag" mit der Zahl der vorhandenen Antworten.



4. Email-Adressen unter www.sportnetzwerk.org

Wer möchte, kann auch eine eigene Email-Adresse mit Weiterleitung an die vorhandene Adresse erhalten. Innerhalb weniger Minuten wären Email-Adressen wie etwa Fischer-Solms@sportnetzwerk.org oder Gernandt@sportnetzwerk.org verfügbar, die Kollegen Fischer-Solms und/oder Gernandt würden an diese Adressen gesendete Emails aber in den Postfächern ihrer bisher benutzten Email-Adressen finden. Funktioniert tadellos. Interessenten schicken bitte eine kurze Mail an webmaster@sportnetzwerk.org.



5. Newsletter



Anmeldung auf der Webseite unter dem Button "Newsletter" oder direkt über diesen Link:

http://www.sportnetzwerk.org/tinc?key=6lVSOq4D&RegistrationFormID=20768



Abmeldung über denselben Button oder mit einfacher Eingabe der Email-Adresse direkt hier:

http://www.sportnetzwerk.org/tinc?key=5wFT6o6A&RegistrationFormID=20768




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9. AUSBLICK



Auch wenn wir uns wiederholen, sei noch einmal gesagt: Jede Anregung, jede Kritik, jede Idee, jeder Vorschlag, vor allem: jede tatkräftige Unterstützung für das sportnetzwerk und seine Projekte sind herzlich willkommen! Dieses Netzwerk kann nur so stark wie diejenigen sein, die sich in ihm engagieren.



Bitte denken Sie daran, das sportnetzwerk und seine Webseite weiter zu empfehlen!



Herzliche Grüße





Herbert Fischer-Solms
Jens Weinreich

für die Initiative sportnetzwerk



Tel/Fax 49-89-1488278767

www.sportnetzwerk.org

webmaster@sportnetzwerk.org