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IOC og Internet

Lørdag d. 9. december 2000

Dieser Artikel aus dem Angebot von SPIEGEL ONLINE
wurde Ihnen gesandt von:
soren@elbech.com
mit der persönlichen Mitteilung:

Det her må klart være noget for DS' hjemmeside ... :-)

Olympische Spiele: Das IOC macht einen Rückzieher

Mit einer Kurskorrektur in Sachen Internet sorgt das
Internationale Olympische Komitee zum Schluss der von ihm
einberufenen ersten Konferenz zu Sport und neue Medien für
Aufsehen.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat
binnen zwei Tagen eine für seine Verhältnisse erstaunliche
Lernfähigkeit bewiesen. Zu Beginn der ersten durch das
oberste Gremium der olympischen Bewegung im Schweizer
Lausanne einberufenen Konferenz zu Sport und neue Medien
hatte es noch geheißen, an den bis einschließlich der
Sommerspiele 2008 gültigen Verträgen für die Senderechte
von Olympia werde nicht gerüttelt. Wie vereinbart werde es
Live-Coverage auf den Fernsehsendern der Vertragspartner
geben, der Übertragung von Video- und Audio-Formaten im
Internet - auch zeitversetzt - wurde weiterhin eine klare
Absage erteilt.

Doch keine 48 Stunden, zahlreiche Podiumsdiskussionen und
Hintergrundgespräche später eröffnete der
Konferenz-Vorsitzende Dick Pound, zugleich Marketing-Chef
und Vorsitzender der Internet-Arbeitsgruppe des IOC, in
seiner Abschlusserklärung am Dienstag Nachmittag eine neue
Debatte. Nachdem nicht zuletzt Pound selbst es gewesen war,
der erklärt hatte, dass es "in naher Zukunft keine
Real-Time-Video und -Audio-Formate von Olympischen Spielen
in Internet geben wird", weil damit mittelfristig kein Geld
zu machen sei, pfiff sich der Kanadier selbst zurück.

Konnten die Fernsehpartner des IOC bisher davon ausgehen,
dass sie die gebündelten Rechte für
Olympia-Live-Übertragung im Fernsehen als auch im Internet
bis einschließlich der Sommerspiele 2008 innehatten, müssen
sie jetzt zumindest darum bangen, dass sich daran in Kürze
schon etwas ändern kann.

Natürlich, stellte Pound in seiner Abschlussrede fest,
blieben die TV-Anbieter, wie beispielsweise der
Zusammenschluss der öffentlich-rechtlichen Stationen in
Europa EBU, erste Ansprechpartner in Sachen
Internet-Liveübertragungen. Aber, so Pound, vielleicht
komme bald schon der Zeitpunkt, an dem man sagen müsse:
"Jungs, die Zeiten haben sich geändert, wir müssen uns mal
zusammensetzen." Denn nach Auffassung des Kanadiers kann
man die Vereinbarungen zum Internet aus den bis 2008
gültigen Verträgen herauslösen und neu verhandeln. Pound
sollte wissen, wovon er redet. Von Beruf ist der 58-Jährige
Jurist.

Insbesondere die Aussicht auf eine mögliche Trennung der
Profitcenter Fernsehen und Internet dürfte in den Reihen
der Fernsehbosse, wie etwa beim EBU-Präsidenten Albert
Scharf, bereits genügend Alarm schlagen. Für ungleich
größere Irritationen aber hätte die Perspektive sorgen
können, die der deutsche Vizepräsident des IOC, Thomas
Bach, gegenüber SPIEGEL ONLINE offenbart hatte: die
Schaffung eines IOC-eigenen TV-Kanals. Bach begeistert:
"Dann können wir unsere eigene Veranstaltung so
inszenieren, wie wir sie konzipiert haben." Trotz der
Tatsache, dass Bach das Internet für keinen "ernsthaften
Konkurrenten" hält, läge für den Fall selbstproduzierter
Fernsehbilder nichts näher als deren parallele Verwertung
auf der eigenen Homepage.